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10 Jahre. 3 Schweizer Ingenieure. Eine Vision für die Lagerautomatisierung von morgen

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2016 sahen drei Ingenieure – Armin Koller, Martin Gadient und Thomas Oberholzer – in der Industriereinigung ein Problem, das niemand anging.

Die Lagerhallen wurden grösser, die Automatisierung nahm Fahrt auf. Doch die Reinigung, jene Aufgabe, die jeden Betrieb sicher und am Laufen hält, steckte noch in der Vergangenheit fest. Verlorene Zeit. Verschwendete Ressourcen. Geld für eine Arbeit, die sich endlos wiederholt. Und Staub, für den niemand eine Lösung hatte.

Mit einer Idee und einem Whiteboard begannen sie, in einem Schiffscontainer am ersten KEMARO-Roboter zu arbeiten. Ein Jahrzehnt später laufen KEMAROs Roboter in Betrieben in 26 Ländern. Über 1'000 davon sind in diesem Moment im Einsatz und kehren Hallenböden, die nie stillstehen. Den Container gibt es längst nicht mehr. Die Idee, die ihn gefüllt hat, ist überall.

Ein Problem, das alle übersahen

Die Gründer waren zuerst einmal Ingenieure. Sie wussten, dass sie die Industriereinigung effizienter machen konnten – mit einer Maschine, die eigenständig arbeitet. Daher auch der Name: KEMARO steht für Kehrmaschinenroboter. Keine Metapher, sondern schlicht das, woran sie bauten.

Wir haben die Gründer gebeten, jene Anfangszeit zu beschreiben. Naiv, optimistisch und unbeschwert, sagten sie, ohne zu zögern. Sie meinen das als Kompliment an ihr jüngeres Ich. Man muss ein wenig naiv sein, um etwas derart Schwieriges anzufangen. Man muss optimistisch sein, um dranzubleiben. Und unbeschwert waren sie, weil sie Ingenieure waren, die einer Idee nachgingen – ohne das Gewicht von allem, was zu einem Unternehmen dazugehört.

Diese Kombination ist selten. Und genau sie braucht es, um in einem Schiffscontainer anzufangen und daraus ein Unternehmen zu machen, das von Eschlikon aus autonome Reinigungsroboter in die ganze Welt liefert.

Womit sie nicht gerechnet hatten

Eines hat sie überrascht.

Das Produkt zu entwickeln, konnten sie. Das stand nie zur Debatte, alle drei sind schliesslich Ingenieure. Der Roboter war eine technische Aufgabe, und technische Aufgaben lösten sie. Was sie unvorbereitet traf, war alles rund um den Roboter herum.

Die Robotikbranche, so lernten sie, ist keine einzelne Disziplin. Sie ist das Zusammenspiel von Dutzenden. Um eine Maschine von der Skizze bis in die Halle des Kunden zu bringen, braucht es Maschinenbauer und Softwareentwickler, ja – aber genauso Vertrieb, Supply-Chain-Spezialisten, Servicetechniker, Marketing, Finanzen, Support und Qualitätssicherung. Ein guter Roboter ist erst der Anfang. Ausgeliefert wird er von einem Unternehmen.

Das hat KEMARO zu dem gemacht, was es heute ist. Und man sieht es jedem Roboter an, der die Fertigung verlässt.

Eine Erfolgsgeschichte aus Eschlikon

Die Meilensteine kamen schneller, als es irgendjemand in jenem Container vorausgesehen hätte.

2018 gingen die ersten Roboter zur Markterprobung in echte Industriebetriebe. 2021 kam der K900, KEMAROs autonome Industriekehrmaschine, als Serienprodukt in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich auf den Markt. 2022 folgten die übrige EU. 2023 kam Nordamerika dazu.

Heute umfasst die Flotte über 1'000 Roboter in 26 Ländern – entwickelt und montiert nach wie vor in Eschlikon in der Schweiz. Sie kehren Lagerhallen, aber auch Schreinereien, Lebensmittelbetriebe, Metallbauhallen und Logistikzentren. Überall dort, wo Staub ein Problem ist, das sich zu lösen lohnt.

So verbreitet sich echte Innovation oft. Man macht die Arbeit richtig und aus den richtigen Gründen – und stellt dann fest, dass das Problem, das man gelöst hat, alle hatten.

Die nächsten 10 Jahre

Was kommt also als Nächstes?

Die Gründer von KEMARO haben eine klare Vision für das kommende Jahrzehnt: ein KEMARO-Roboter in jeder Lagerhalle. Nicht als Slogan, sondern als ernst gemeinter Anspruch, getragen von derselben Überzeugung, mit der diese ganze Geschichte begann. Industriereinigung soll effizient, sicher und autonom sein. Überall, wo sie stattfindet.

Die Robotik steht nicht still, und KEMARO tut es auch nicht. Das Unternehmen, das in einem Container begann, arbeitet heute an einer Zukunft, in der die autonome Reinigung von Industriehallen nicht die Ausnahme ist, sondern der Standard.

Zehn Jahre später ist die Naivität verschwunden. Der Optimismus ist geblieben, schärfer und besser begründet als je zuvor. Auch die unbeschwerten Tage liegen hinter ihnen, an ihre Stelle ist etwas Beständigeres getreten: Zielstrebigkeit.

Möchten Sie die Geschichte direkt von den Gründern hören?

Das vollständige Interview sehen Sie unten.

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